Mehr über das Projekt
Allgemeines
Für was ist der Comic entstanden?
- Eckpunkte der Welt von „Melodia“ schwirrten mir schon seit Jahren im Kopf herum. Konkret ausgestalten konnte ich diese Ideen schließlich als praktische Arbeit im Rahmen einer Besonderen Lernleistung zu meinem Abitur 2008.
Was ist eine Besondere Lernleistung?
- Eine Besonderen Lernleistung ist ein besonders umfangreiches und möglichst professionelles bzw. wissenschaftliches Projekt, welches mit in die Abiturnote einfließt.
- Dies wird auf freiwilliger Basis in manchen Bundesländern an manchen Schulen angeboten und wird fachübergreifend von verschiedenen Lehrern bewertet.
- Siehe auch > www.schulministerium.nrw.de
Und was gehört alles zu diesem Projekt?
- Neben der praktischen Arbeit, in meinem Fall dieses Comicalbum (Fachbereich Kunst) samt Erläuterung der Story und Charaktere, war zudem eine umfangreiche schriftliche Ausführung über die Theorie des grafischen Erzählens im allgemeinen und eine kritische Betrachtung des Mediums in Bezug auf dessen Entwicklung und Möglichkeiten verglichen mit anderen Medien (Fachbereich Kunst und Deutsch) notwendig.
- Knapp zusammengefasst können die Ergebnisse in Bezug auf die Erzähltheorien des Comics hier ( leicht verständlich in Comicform aufbereitet) angesehen werden. Wer auf den Geschmack gekommen ist, dem empfehle ich nach Scott McClouds Büchern Ausschau zu halten!
Comic „Melodia“
Was gibt es so über die Welt von Melodia zu sagen?
- Der moderne Mensch ist Reisen in fantastische und unwirkliche Welten gewohnt, die technologisch / mystisch / politisch anders funktionieren als die gewöhnliche, reale Welt. Dem steht auch Melodia in Nichts nach.
- In einer venedigartigen Metropole herrscht von kindlichen Wahnvorstellungen geprägter Diktator, der durch die Macht eines Feuergottes für seine Bürger ein hochtechnologisches Paradies aus kindlichen Träumen zaubern möchte. Unwissentlich schafft er das Gegenteil – eine Welt der wahnwitzigsten Zwänge, Vorschriften und Verbote. Das im Mitläufertum und Starrheit ertrunkene Volk weiß sich nicht dagegen zu helfen. Und damit wären wir schon am Beginn der Befreiungsgeschichte die es zu erzählen (und hier zu lesen) gilt.
Welche tiefere Aussage steckt hinter dem Comic?
- Wie die meisten solcher Fantasywelten ist auch die Melodiawelt nur ein Zerrspiegel menschlicher Eigenarten, wie sie auch in unserem alltäglichen Leben auftreten können.
- Mir war es ein Anliegen nicht nur eine abenteuerlich-unterhaltsame sondern auch in Zügen lehrhafte Geschichte zu kreieren. Dass der Comic im trivialen Unterhaltungsbereich erprobt ist, ist hinlänglich bekannt. Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass er darüber hinaus auch ernste, philosophische oder soziale Inhalte zu transportieren kann und sollte. In Melodia wird dies auf sehr spielerische cartoonhafte Art probiert.
- Einige dieser Themen sind beispielsweise: Gut gemeintes Bevormunden anderer, das nicht mehr gut sondern sogar schädlich ankommt; mutiges Protestieren gegen die Übermacht des Mitläufertums; Aktives und kritisches Mitgestalten der Welt.
Wie wurde die Geschichte ausgearbeitet?
- Wie schon erwähnt existierte die Welt mit einigen Charaktere bereits als Gedankenspiel lange bevor ich mir über die Ausgestaltung der konkreten Geschichte Gedanken machte. Wohl ab 2007 erstand diese Welt dann in den verschiedensten vorläufigen Formen. So gab es unzählige Konzeptionen der Widerstandsgruppe oder des Regimes und der heldenhaften Hauptcharaktere bis sich schließlich im Herbst 2007 ein fertiges Storyboard aus all diesen Überlegungen heraus kristallisierte.
Wie entstanden die Seiten im Einzelnen?
- Hin und wieder wurde etwas eingefügt oder weggelassen, aber im Groben blieben die Seiten so, wie im Storyboard geplant. Die Seiten der Endversion wurden am Computer mithilfe eines DIN A4 Wacom Zeichentabletts in Macromedia Flash 8 komplett neu gezeichnet. Besonders an schwierigen Passagen wurde hier zunächst vorgezeichnet, die tatsächliche Zeichnung auf einem darüber gelegten transparenten Layer angefretigt und die Hilfslinien anschließend ausgeblendet.
- Das Zeichnen einer Seite dauerte zwischen ein bis drei Tage und das Colorieren durchschnittlich einen weiteren. Und auch dieses Tempo war nur durch Weglassen von Details und Ausgestaltung möglich. Zum Vergleich: Der Asterix Zeichner Albert Uderzo zeichnete „in seinen besten Zeiten [...] bis zu fünf Comicseiten pro Woche“